Das Dank-Gefühl ist (nach dem Verzeihen) die gesundmachendste Emotion, die wir kennen. Es ist sogar gesünder als Lachen (das kommt erst an 3. Stelle). Danken stärkt das Immun-System.“ (Vera F. Birkenbihl in ihrem Buch „Jeden Tag weniger ärgern“).
Vera F. Birkenbihl möchte ich hier einen besonderen Platz einräumen, weil ihre obige Aussage einer der Steine war, die die Dank-Initiative ins Rollen brachte. Deshalb seien hier ihre Dank-Strategien komprimiert wiedergegeben:
- 60 Sek. lang Dank empfinden,
indem Sie aufschreiben oder denken, wofür Sie jetzt besonders dankbar sein können. Da es im Zorn aber schwerfallen kann,mit der Dankbarkeit zu beginnen, hilft die 2. Strategie … - Das Dankes-ABC
Legen Sie eine Liste der Dinge an, für die Sie dankbar sind, Materielles und Immaterielles. Kommen Sie in eine Ärger-Situation, lesen Sie 60 Sek. lang in der Dankes-Liste. Im Notfall zwingen Sie sich ruhig dazu. Wer so etwas noch nicht erlebt hat, kann vorab nicht ahnen, wie hilfreich diese 60 Sek. sein können. Ich garantiere Ihnen: Es wird Ihnen unmöglich sein, so sauer zu bleiben, wie Sie vor dem Lesen waren. Wetten? - Die Dankes-Hierarchie
Die Dankes-Hierarchie beginnt mit einfachsten Dank-Gefühlen, die m.E. jeder Mensch empfinden (oder zu empfinden lernen) kann und bewegt sich dann zu Dank-Gefühlen, die wir in wachsenden Schwierigkeitsgraden auch nach außen hin zeigen werden.
a) Allgemeine Dank-Gefühle gegenüber dem Universum (Gott, der Natur): Einige Momente lang halten – dies entspricht quasi einem Dank-Gebet, auch wenn Sie es nicht als beten empfinden.
b) Konkrete Dank-Gefühle: Hier können Sie z.B. aus Ihrer ABC-Liste einen Punkt auswählen, der Ihnen heute besonders zusagt, und sich auf diesen konzentrieren.
c) Konkrete Dank-Gefühle anderen Menschen gegenüber, die Sie nur non-verbal äußern (ein dankbarer Blick, ein freundliches Kopfnicken etc.).
d) Konkrete Dank-Gefühle anderen Menschen gegenüber, die (kurz) verbal äußern; Minimum ein netter Satz. Diesen dürfen Sie live (persönlich) oder telefonisch sagen, aber auch schriftlich.
e) Konkrete Dank-Gefühle anderen Menschen gegenüber, die Sie konkret äußern (am Telefon oder persönlich): Machen Sie der Person ein ausführliches Kompliment … Drücken Sie aus, daß Sie durch diese Person angenehme Gefühle erleben durften. Ob die Person etwas getan hat oder durch ihr Sein gewirkt hat, ist dabei gleichgültig (=gleichermaßen gültig).
f) Konkrete Dank-Gefühle anderen Menschen gegenüber, die Sie schriftlich (lang) äußern (E-Mail, Brief; hier reicht eine Postkarte nicht mehr). Schreiben Sie der Person mindestens fünf ganze Sätze, gern auch ein bis zwei Seiten. Diese zu komponieren mag einige Tage dauern, in denen Sie immer wieder anfangen. Es kann nicht das Ziel sein, die Übung in einer Sitzung zu absolvieren.
Wenn Sie sich vornehmen, einen schönen Dankes-Brief pro Monat an diverse Mitmenschen zu versenden, dann sind das 12 Gelegenheiten pro Jahr, an denen Sie Menschen eine große Freude machen. Wer schon einmal gesehen hat, wie jemand einen Dankes-Brief las, ihn mit sich herumtrug, ihn anderen zeigte (oder vorlas), der weiß, wieviel so ein Brief bedeuten kann.
g) Diese Aufgabe ist die schwerste: Denken Sie an Leute, denen Sie derzeit „böse sind“, und finden Sie irgendetwas an ihnen, wofür Sie dankbar sein können (etwas in der Gegenwart, ein „früher…“ ist nicht zulässig).
Variante: Falls Sie es noch nicht schaffen, Dank zu empfinden, könnten Sie sich fragen: Was kann ich an dieser Person akzeptieren, respektieren, vielleicht sogar bewundern? Was könnte ich von ihr lernen, wenn ich nicht so damit beschäftigt wäre, sie abzulehnen? - Über Dank-Gefühle reden
Täglich einmal, wöchentlich einmal, mindestens einmal im Monat tauschen wir uns mit anderen aus und erzählen uns gegenseitig von Augenblicken, in denen wir Dank empfanden.
Allein schon das Hören von Dank-Gefühlen anderer löst in uns – per Resonanz-Gesetz – ähnliche Schwingungen aus, so daß wir den Dank wirklich (mit-)empfinden können. Das sog. Mitleid im Falle, daß jemand leidet, wird hier zur echten Empathie (Mitgefühl).
Wenn Sie Dank (mit-)empfinden, stärken Sie Ihr Immun-System. Nachdem Dank die zweitbeste Heil-Emotion ist und wir uns mit dem Verzeihen in der Regel um einiges schwerer tun, können wir leicht auf Dank ausweichen. Es bringt uns einiges, es fühlt sich auch gut an. Was will man mehr?
Übrigens sind physiologische Meßergebnisse bei intensiven Dank-Gefühlen denen des Betens sehr ähnlich. In der Materie (also körperlich) lösen ähnliche geistig-spirituelle Schwingungen auch ähnliche Materialisierungen aus. Langsam gewinnen die uralten Vorstellungen der Schamanen immer konkretere Gestalt, selbst im modernen Labor. Aber Sie brauchen keine Meßwerte: Wenn Sie eine dieser Strategien praktizieren, und es fühlt sich gut an, wissen Sie alles, was Sie brauchen …
Aus: Vera F. Birkenbihl: Jeden Tag weniger ärgern. 4. Aufl. 2002.
„Liebe Vera F. Birkenbihl, herzlichen DANK für diesen humorvoll-pointierten Text und generell: DANKE für Ihre außerordentlich inspirierenden Vorträge!“